Der Rime-Gedanke

Rime ist keine neue Tradition, kein neuer Orden oder eine neue religiös-philosophische Schule, sondern eher eine Geisteshaltung. „Der Rime-Ansatz ist durch Offenheit, Wertschätzung und Kenntnis der Traditionen gekennzeichnet und richtet sich gegen Sektierertum“, sagt der Dalai Lama. Rime schätzt die Vielfalt von authentischen Lehren und tritt für ihren Erhalt und ihre Verbreitung ein. So entwickelte sich die Rime-Bewegung denn auch nicht zu einer homogenen, gut organisierten Schule mit eigenen Klöstern, eigener Hierarchie und eigenem orthodoxen Lehrgebäude, sondern blieb weniger institutionell, weniger zentralisiert, eher undogmatisch und auf eine Vielzahl von Meistern aus den unterschiedlichen Traditionen verteilt. Die Rime-Lamas betonten immer wieder, wie entscheidend es ist, in einer der bestehenden Traditionen verwurzelt zu sein, jedoch ohne die anderen Lehren zu diskreditieren und ohne in einen fundamentalistischen Dogmatismus zu verfallen. Besonders heute kommt dieser traditionsübergreifende Rime-Ansatz einem Lebenselixier gleich, um die Buddha-Lehren in andere Kulturkreise wie unseren westlichen übertragen und dort verankern zu können. Im ‚globalen Dorf’, unserer modernen, miteinander vernetzten Welt, wird es zunehmend wichtiger, kostbare Traditionen zu erhalten und gleichzeitig eine Offenheit und Wertschätzung für die Vielfalt und Andersartigkeit der übrigen kulturellen und spirituellen Schätze zu entfalten. Die Rime-Haltung kann uns hierbei wichtige Impulse und Orientierungshilfen vermitteln. Auch für die persönliche Dharma-Praxis stellt Rime eine Grundvoraussetzung und einen Garanten für eine erfolgreiche spirituelle Entwicklung dar.

Text mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Manshardt

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